Der Fernseher geht aus, die Küche ist dunkel, und irgendwo im Flur klackt es einmal laut. Der FI-Schutzschalter im Zählerschrank ist gefallen, wieder. Beim dritten Mal in der Woche fragt man sich zu Recht, ob da etwas Ernstes dahintersteckt oder ob einfach nur die alte Waschmaschine spinnt.
Was der FI-Schutzschalter eigentlich macht
Der FI-Schutzschalter, auch RCD genannt, vergleicht ununterbrochen den Strom, der über den Außenleiter in ein Gerät fließt, mit dem Strom, der über den Neutralleiter zurückkommt. Beide Werte müssen identisch sein. Weichen sie um mehr als 30 Milliampere voneinander ab, fließt irgendwo Strom auf einem Weg, der nicht vorgesehen ist, im schlimmsten Fall durch einen Menschen. Der FI schaltet dann innerhalb von Millisekunden ab. Das ist Personenschutz in Reinform, keine Störung, die man wegdrücken sollte.
Die häufigsten Ursachen
Feuchtigkeit ist der Klassiker. Eine Außensteckdose, Gartenbeleuchtung oder ein Teichpumpen-Kabel, in das über Jahre Wasser eingedrungen ist, erzeugt genau den Fehlerstrom, den der FI erkennen soll. Direkt danach kommen defekte Haushaltsgeräte: Durchlauferhitzer, Waschmaschinen und Wäschetrockner altern innen anders als außen, und ein beschädigtes Heizelement leitet Strom ab, lange bevor das Gerät selbst Anzeichen eines Defekts zeigt.
Weniger bekannt ist der Sammelfehlerstrom: Jedes Gerät hat einen minimalen, zulässigen Ableitstrom, meist deutlich unter einem Milliampere. Hängen zu viele Geräte am selben Stromkreis, addieren sich diese kleinen Ströme, bis der FI reagiert, obwohl kein einzelnes Gerät für sich genommen defekt ist. Und schließlich gibt es den Fall, den niemand hören will: ein echter Isolationsfehler in der Leitung selbst, etwa durch einen Nagel in der Wand oder durch Nagetiere im Dachboden.
Woran Sie selbst prüfen können, was die Ursache ist
Eine einfache Eingrenzung schaffen Sie ohne Werkzeug. Trennen Sie zunächst alle Geräte am betroffenen Stromkreis vom Netz, ziehen Sie also die Stecker. Schalten Sie den FI wieder ein. Löst er sofort wieder aus, liegt der Fehler in der festen Leitung oder einer fest angeschlossenen Lampe, dann brauchen Sie einen Elektriker. Bleibt er an, stecken Sie die Geräte nacheinander wieder ein, jeweils mit ein paar Sekunden Abstand. Löst der FI beim Anstecken eines bestimmten Geräts erneut aus, haben Sie Ihren Verdächtigen gefunden.
Diese Prüfung ist ungefährlich, weil Sie an keiner offenen Leitung arbeiten, sondern nur Stecker ziehen und Geräte am Sicherungskasten schalten. Sobald Sie aber am Zählerschrank selbst etwas öffnen oder Kabel anfassen müssten, ist Schluss mit Selbermachen.
Wann Sie sofort einen Elektriker rufen sollten, statt selbst zu testen
Manche Situationen dulden kein Ausprobieren. Riecht es nach Schmorgeruch, sind Steckdosen oder Schalter spürbar warm oder sichtbar verfärbt, oder löst der FI mehrfach am Tag ohne erkennbaren Zusammenhang zu einem bestimmten Gerät aus, rufen Sie uns lieber gleich an, statt weiter zu testen. Dasselbe gilt, wenn Kinder im Haushalt sind oder gerade Wasser im Spiel war, etwa nach einem Rohrbruch in der Nähe der Elektroinstallation.
Was danach passiert
Ist die Ursache nicht offensichtlich, messen wir vor Ort mit dem Isolationsmessgerät, welcher Stromkreis den Fehlerstrom verursacht, und grenzen die Fehlerstelle gezielt ein, statt auf Verdacht Wände zu öffnen. Bei einem defekten Gerät ist das Problem meist in einer Stunde geklärt, bei einem Leitungsfehler kann es je nach Zugänglichkeit länger dauern. In beiden Fällen bekommen Sie vorher eine Einschätzung, keine Überraschung auf der Rechnung.